HTTP Status Codes – SEO Relevanz & Tipps
HTTP Status Codes spielen in der Suchmaschinenoptimierung eine wichtige Rolle. Sie liefern Informationen über die Erreichbarkeit der einzelnen Webseiten und/oder informieren über deren „Umzug“. So ist es auch kein Wunder, dass die Kontrollen der HTTP Status Codes mit Hilfe von Tools zum festen Bestandteil von Website Status-Analysen gehören und gerade in Relaunchprozessen von entscheidender Bedeutung sein können.
Statuscode Basics – HTTP, Client und Co.
HTTP steht für „Hypertext Transfer Protocol“ (Hypertext-Übertragungsprotokoll). Es dient der Übertragung von Daten über ein Rechnernetz. Mit HTTP bzw. der Verschlüsselungsvariante HTTPS werden primär Webseiten in einen Browser wie Chrome oder Firefox geladen. Der Browser arbeitet dabei als Programm (Client), welches mit dem Server kommuniziert. Immer wenn ein User eine Webseite aufruft, sendet dessen Client (z. B. der Browser) eine Anfrage an den Server. Die Antwort des Servers beinhaltet neben weiteren Informationen den HTTP Status Code, aus dem hervorgeht, ob die Anfrage erfolgreich war oder Probleme aufgetreten sind.
HTTP Status Codes sind immer 3-stellige Zahlencodes, die in Statusklassen eingeteilt sind. Für den Nutzer ist der Code nur bei Fehlermeldungen erkennbar.
Statusklassen der HTTP Status Codes
Die erste Zahl des jeweiligen Statuscodes definiert dessen Statusklasse. Standardisiert sind die Statusklassen 1 – 5, die Statusklasse 9 gilt als Sonderfall. Hier eine Übersicht:
HTTP Status Code – Klassifizierungen | Schlagwort | Erläuterung |
Statusklasse 1 – 1xx | Information | Information des Servers, dass sich die Anfrage noch in Bearbeitung befindet. Der Client (Browser) soll warten. |
Statusklasse 2 – 2xx | Erfolgsmeldung | Die Anfrage war erfolgreich. Die abgerufenen Daten stehen zur Verfügung. |
Statusklasse 3 – 3xx | Weiterleitung | Es sind weitere Schritte des Clients nötig, um die Anfrage erfolgreich abzuschließen. |
Statusklasse 4 – 4xx | Client-Fehler | Die Anfrage war seitens des Clients fehlerhaft. Gründe können z. B. fehlerhafte Angaben, mangelnde Berechtigungen oder nicht vorhandene Ressourcen sein. |
Statusklasse 5 – 5xx | Server-Fehler | Die Anfrage war seitens des Servers fehlerhaft. Gründe können z. B. Wartungsarbeiten oder temporäre Überlastungen sein. |
Statusklasse 9 – 9xx | Netzwerk-Fehler | Die Anfrage war seitens des (eigenen) Netzwerks fehlerhaft. Der Client soll seine Anfrage erneut stellen. |
HTTP Status Codes mit SEO Relevanz
Mit dem SEO-Spider Screaming Frog (500 URLs for free) oder SEO-Tools for Excel sind die Status Codes der zu checkenden Website-URLs schnell ermittelt. Nachfolgend wird nur auf diejenigen der mehr als 70 verschiedenen HTTP Status Codes eingegangen, die das Ranking beeinflussen und deshalb für SEO relevant und wichtig sind.
Status Code 200: OK
Der Status Code 200 ist die Regel für gesunde Webseiten. Er vermittelt, dass die Anfrage des Client korrekt und fehlerfrei ausführbar ist. Die angeforderte Ressource ist auf dem Server verfügbar und kann bei Bedarf im Browser aufgerufen werden. Wunderbar – genau so soll es sein!
Status Code 301: Moved Permanently
Der Status Code 301 gibt an, dass die angeforderte Ressource dauerhaft unter einer anderen URL zu finden ist. Nutzer werden ebenso wie die Bots der Suchmaschinen auf direktem Weg und permanent zu der anderen Seite weitergeleitet (Redirect).
Status Code 302: Moved Temporarily
Der Status Code 302 besagt, dass die angeforderte Ressource vorübergehend (temporär) unter einer anderen URL zu finden ist. Die ursprüngliche URL bleibt erhalten und die Inhalte werden dort in Kürze wieder verfügbar sein. Ist dies so nicht vorgesehen, sind dauerhafte 301-Weiterleitungen das Mittel der Wahl.
Status Code 307: Temporary Redirect
Der Status Code 307 kennzeichnet ebenfalls eine vorübergehende Weiterleitung wie der Status Code 302, stellt jedoch eine Sonderform dar. 307 Redirects sind nicht Server gesteuert, sondern Meldungen des Clients (Browsers). Dabei spielt HSTS eine Rolle. HSTS steht für „HTTP Strict Transport Security“ und ist ein Schutzmechanismus gegen Hacker, der den Browser zwingt, grundsätzlich immer auf die HTTPS-Version zuzugreifen, auch wenn eine HTTP-Seite angefordert wurde. Bei einem solchen Redirect wird dann der Status Code 307 ausgegeben.
Status Code 308: Permanent Redirect
Der Status Code 308 kennzeichnet eine dauerhafte Weiterleitung, genauso wie der Status Code 301. Der Unterschied zwischen 308 und 301 ist der, dass der Browser mit derselben Methode wie bei dem ursprünglichen Request folgen soll (d. h. einem POST folgt ein POST).
Status Code 404: Not Found
Der Status Code 404 sagt aus, dass die angeforderte Ressource auf dem Server nicht gefunden werden konnte. Er ist der am häufigsten auftretende Fehlercode. Gründe für den Fehler 404 sind die folgenden:
- Es wurde eine URL angefordert, die nie existiert hat (z. B. durch Eingabefehler).
- Die URL und deren Inhalte wurden entfernt.
- Die angeforderten Inhalte wurden auf eine andere URL verschoben, ohne die internen Links entsprechend anzupassen.
- Externe Links verweisen auf eine veraltete URL, für die keine Weiterleitung eingerichtet wurde.
Status Code 410: GONE
Der Status Code 410 gibt an, dass die Ressource dauerhaft von dem Server gelöscht wurde. Für Google ist dies ein deutliches Signal, die Seite aus dem Index zu entfernen.
Status Code 500: Internal Server Error
Der Status Codes 500 steht für einen unerwarteten, internen Serverfehler, der verhindert, dass die angeforderte Ressource ausgeliefert werden kann.
Status Code 503: Service Unavailable
Die Status Codes 503 signalisiert, dass der Server temporär nicht zur Verfügung steht. Als mögliche Gründe kommen Überlastungen oder Wartungsarbeiten in Frage.
SEO-Tipps zu HTTP Status Codes
Für die Suchmaschinenoptimierung gibt es im Umgang mit den oben beschriebenen HTTP Status Codes – und hier insbesondere den Statusklassen 3 und 4 – einige SEO-Tipps & Grundregeln.
SEO-Tipps zu Status Codes 3xx (Weiterleitung)
- 301 statt 302 Weiterleitungen: Der Standard für Redirects ist der dauerhafte Status Code 301. Er sorgt dafür, dass die Zielseite indexiert und dass Linkjuice übertragen wird. Bei 302-Weiterleitungen ist dies nicht der Fall, da Google nur von einer temporären Situation ausgeht.
- Verschieben, modifizieren, ändern: Permanente 301-Weiterleitungen sind absolut notwendig, wenn Inhalte verschoben, URL-Strukturen modifiziert oder Domains geändert werden. Auch die Umstellung von http auf https erfordert zwingend den Einsatz von dauerhaften 301-Weiterleitungen. Werden die Weiterleitungen vergessen, entstehen Fehlerseiten, gehen aufgebaute Rankings-, Trust- sowie Linkjuice verloren.
- 1:1 weiterleiten: Mit RewriteRules (oder selten auch manuell) erhält jede einzelne Seite und Unterseite ihr individuelles Weiterleitungsziel. Alle URLs einer alten Domain einfach auf die Startseite weiterzuleiten, wirkt sich dagegen sehr nachteilig aus.
- Relevanz der Inhalte beachten: Der Content des Weiterleitungsziels muss dem Ursprung entsprechen, gleich oder mindestens ähnlich sein. Google wertet die Weiterleitung sonst als Soft 404-Fehler wie unten.
- Weiterleitungsketten vermeiden: Bei aneinandergereihten Weiterleitungen besteht die Gefahr, dass der Google-Bot das Crawling abbricht. Zudem werden die Ladezeiten erhöht, was sich nachteilig auf das Nutzererlebnis und in Zeiten von „Mobile First“ auch auf das Ranking auswirkt.
- Interne Weiterleitungen unterlassen: Interne Verlinkungen sollten grundsätzlich auf das direkte Linkziel ausgerichtet sein, um Ladezeiten zu sparen und das Crawling-Budget zu entlasten.
SEO-Tipps zu Status Code 4xx (Fehlerseiten)
- 404 weiterleiten: Durch Fehlerseiten mit dem Status Code 404 wird die Nutzerfreundlichkeit einer Website eingeschränkt. Google weist auf diese Fehler in der Google Search Console hin. Gefixt werden die 404-Fehlerseiten mit Hilfe von 301-Weiterleitungen auf relevante Ziele. Das kann die umgezogene Seite mit dem richtigen Inhalt sein, ein sehr ähnliches Produkt oder die nächsthöhere Kategorie-Ebene.
- Soft 404-Fehler vermeiden: Bei fehlender Relevanz der Inhalte wertet Google die Weiterleitungen als Soft 404-Fehler. Dies geschieht z. B., wenn Produktseiten auf die Startseite weitergeleitet werden, weil die Ware nicht mehr verfügbar ist. Die Relevanz für eine Produktseite ist auf der Startseite üblicherweise nicht gegeben.
- Broken Backlinks weiterleiten: SEO-Tools wie Ahrefs.com zeigen, welche Backlinks nicht mehr funktionieren bzw. einen Status Code 404 aufweisen. Mit einer einfachen 301-Weiterleitung kann der Linkjuice zurückgewonnen werden.
- Deindexierung beschleunigen: Die Verwendung des Status Codes 410 ist hilfreich und sinnvoll, wenn gewünscht wird, dass Google eine Seite zügig aus dem Index entfernt. Die Suchmaschine reagiert auf Status Code 410 deutlich schneller als auf den Status Code 404.
- Individuelle 404 Fehlerseite einrichten: Google empfiehlt ausdrücklich, eine individuelle Fehlerseite 404 anzulegen, die den korrekten Status Code 404 ausgibt und Nutzer an die Hand nimmt, damit sie trotz Fehlerseite nicht abspringen. Die individuelle Fehlerseite 404 darf auch gerne als Marketinginstrument verstanden werden. Mit einer Prise Humor, die der Zielgruppe angepasst sein sollte, wird Sympathie erzeugt. Beispiele gibt es hier & hier.
Fazit zu HTTP Status Codes & deren SEO-Relevanz:
Der richtige Umgang mit den HTTP Status Codes 301, 302, 307, 308, 404 und 410 gehört in der Suchmaschinenoptimierung zum festen Handwerkszeug. Mit Hilfe der Codes werden Fehler ermittelt und die technische Hygiene einer Website verbessert. Dies honorieren sowohl die Verbraucher als auch die größte Suchmaschine der Welt. Mit den ABAKUS SEO-Tipps zu den HTTP Status Codes lassen sich eine Reihe von folgenreichen Fehlern vermeiden, die User Experience verbessern und die Website-Performance in den Suchergebnissen positiv beeinflussen.
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